1CEPunkt
Mittwoch, 20. Mai 2020
15:00 Uhr

Live-Webinar: Kreidezähne: eine neue Volkskrankheit

Referent(en): Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer

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Kreidezähne: eine neue Volkskrankheit

Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer

Aktuelle Studien aus Deutschland zeigen, dass im Durchschnitt etwa 10 bis 15% der Kinder an der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) leiden.

Hinweis: Dieses Webinar ist nicht als Aufzeichnung verfügbar. Das Quiz für den C.E.-Punkt für die Liveteilnehmer kann noch bis Montag 25.05.2020 absolviert werden. 

Bei der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) handelt es sich um eine systemisch bedingte Strukturanomalie des Schmelzes, welche an einem bis zu allen vier ersten bleibenden Molaren auftritt. Häufig weisen auch die bleibenden Frontzähne und zunehmend auch die 2. Milchmolaren diese Fehlstrukturierung auf. Aktuelle Studien aus Deutschland zeigen, dass im Durchschnitt etwa 10 bis 15% der Kinder an MIH leiden. Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) berichtet über knapp 30% (!) der 12-jährigen Kinder, die diese Strukturanomalie haben. Bezogen auf die Mundgesundheit und die Lebensqualität der Kinder ist MIH mittlerweile ein größeres Problem als Karies in dieser Altersgruppe.

Die Ätiologie der MIH muss bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt als weitgehend ungeklärt angesehen werden. Da die Schmelzentwicklung der ersten Molaren und der Inzisivi zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat und dem 4. Lebensjahr stattfindet, muss die Störung auch in dieser Zeitspanne aufgetreten sein. Diskutiert wird ein multifaktorielles Geschehen. Als potenzielle Ursachen kommen Probleme während der Schwangerschaft, Infektionskrankheiten, Antibiotikagaben, Windpocken, Einflüsse durch Dioxine sowie Erkrankungen der oberen Luftwege in Betracht. Aufgrund von Tierversuchen konnte ein Zusammenhang zwischen dem Bisphenol A-Konsum und der Entwicklung von MIH nachgewiesen werden.

Charakteristisch ist, dass die betroffenen Molaren häufig recht empfindlich auf mechanische, thermische und chemische Reize sein können. Erklärt wird dies durch eine chronische Entzündung (Reizung) der Pulpa, bedingt durch die erhöhte Porosität des Schmelzes mit andauernder Einwirkung von Noxen. Die betroffenen Patienten klagen über Schmerzen beim Trinken, Essen und Zähneputzen. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität der jungen Patienten und erschwert die Behandlung beim Zahnarzt. Trotzdem ist in diesen Fällen ein schnelles therapeutisches Eingreifen dringend geboten.

Die Art der Behandlung hängt von dem Grad der Erkrankung ab. Dies gilt als Grundlage für das neu entwickelte Würzburger MIH-Konzept (MIH-Treatment Need Index) und soll Zahnärzten als Handlungsanweisung zur angemessenen Versorgung der jungen Patienten dienen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass MIH aufgrund der Prävalenz als neue Volkskrankheit bezeichnet werden muss. Die schweren Fälle der MIH stellen in der zahnärztlichen Praxis aufgrund der akuten Beschwerden einen Notfall dar. Vom Zahnarzt ist dann ein sofortiges Eingreifen zu erwarten.


Veröffentlichungsdatum: 20/05/2020
Verfügbar bis: 20/05/2023

“Kreidezähne: eine neue Volkskrankheit” wird gesponsert von der Tribune Group GmbH. Die Tribune Group GmbH ist ein anerkannter Anbieter von ADA CERP- und AGD PACE-Punkten..

Referent(en)

Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer

  • 1986 Approbation 
  • 1987 Promotion 
  • 1997 Habilitation 
  • 2000 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe in der DGZMK e.V. 
  • 2002 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) 
  • Mitglied im Vorstand der DGZMK (Fachvertreter Kinderzahnheilkunde) 
  • 2004 Schriftleiter der Zeitschrift Oralprophylaxe und Kinderzahnheilkunde 
  • Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 
  • 2006 Universitätsprofessor für Kinderzahnheilkunde am Uniklinikum der TU Dresden 
  • 2009 Universitätsprofessor und Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde am Universitätsklinikum Gießen Marburg, Standort Gießen 
  • 2008 – 2014 Präsident der European Academy of Paediatric Dentistry (EAPD) 
  • seit 2015 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) 
  • seit 2017 Mitglied im Vorstand der International Association of Paediatric Dentistry (IAPD) 

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