Sprache des Inhaltes

Individuelle Implantat-Abutments

Was bringen sie im Praxisalltag? Welche Behandlungsalgorithmen sind hilfreich?

Dr. Kay Vietor

, Erscheinungsdatum: Mittwoch, November 26, 2014, Verfügbar bis: Sonntag, November 26, 2017

Aufgezeichneter Kurs

1 CE

KOSTENLOSER KURS

Die stetig zunehmenden Anforderungen und Möglichkeiten der Implantatprothetik bieten Zahnarzt und Zahntechniker immer mehr Variabilität, verlangen aber auch mehr planerische Verantwortung und mehr materialtechnisches Wissen vom Behandlerteam aus Chirurg, Zahnarzt und Zahntechniker.

Die Optimierung der kritischen Schnittstelle zwischen enossalem und enoralem Implantatanteil spielt hierbei eine zunehmend wichtigere Rolle.

Patientenindividuelle Abutments haben funktionelle, ästhetische und hygienische Vorteile. Sie verbessern u.a. die Weichteilausformung und verlegen die Zementfuge in einen kontrollierbaren Bereich (Vorbeugung zementbedingter Periimplantitis).

Sie erweitern das Spektrum der prothetischen Möglichkeiten um viele Facetten.

Dr. Kay Vietor möchte Ihnen durch viele Praxisbeispiele Informationen vermitteln zu den Themenbereichen:

  • Arten individueller Abutments und Produktionswege
  • Werkstoffe Titan und ZrO2
  • Doppelkronentechnik mit individuellen Abutments Titan / ZrO2
  • Individuelle Abutments bei festsitzendem Zahnersatz unter funktionellen und ästhetischen Aspekten "Monolithische" Kronen auf ZrO2 Abutments oder Titanklebebasen

Lernziel:

  • Individuelle Abutments optimieren implantatprothetische Restaurationen im Bezug auf Handling, technische Möglichkeiten, Ästhetik und biologische Wertigkeit.
  • Dementsprechend sollten sie fester Bestandteil des prothetischen Repertoires sein.

Der Referent wird Ihre Fragen beantworten

Ronald Heinze
21 März 2015, 09:23 AM (EST)
Ich habe auch Vollzirkonoxid-Abutments auf BoneLEvel Implantaten verwendet. Leider habe ich
Abriebspuren an der Implanat-Innenseite festgestellt. Das Zirkonoxid ist halt härter als Titan 4.
Deshalb arbeite ich jetzt nur noch mit Hybrid-Abutments,
d.h. mit Titanklebe-Basis. Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Problem, denn in Ihrem Vortrag
kommen Sie an keiner Stelle auf diese Problematik zu sprechen?
Dr. Kay Vietor
21 März 2015, 07:55 PM (EST)
Sehr geehrter Herr Heinze,
vielen Dank für die berechtigte Frage. Auf diese Fragestellung konnte ich leider aus zeitlichen Gründen nicht näher eingehen, kann aber gerne auf diesem Wege meine Erfahrungen und Meinungen dazu mitteilen.
Zuerst möchte ich auf eine Literaturstelle zu dem Thema hinweisen, die das Risiko für Titanabrieb auch kritisch hinterfragt.

Wear at the titanium-titanium and the titanium-zirconia implantabutment
interface: a comparative in vitro study.
Stimmelmayr M1, Edelhoff D, Güth JF, Erdelt K, Happe A, Beuer F.
University of Munich, Department of Prosthodontics, Goethestr. 70, 80336 Munich, Germany.
Dent Mater. 2012 Dec;28(12):1215-20. doi: 10.1016/j.dental.
Abstract
OBJECTIVE: The purpose of this study was to determine and measure the wear of the
interface between titanium implants and one-piece zirconia abutments in comparison to
titanium abutments.
METHODS: 6 implants were secured into epoxy resin blocks. The implant interface of these
implants and 6 corresponding abutments (group Zr: three one-piece zirconia abutments;
group Ti: three titanium abutments) were examined by a microscope and scanning electron
micrograph (SEM). Also the implants and the abutments were scanned by 3D-Micro
Computer Tomography (CT). The abutments were connected to the implants and cyclically
loaded with 1,200,000 cycles at 100N in a two-axis fatigue testing machine. Afterwards, all
specimens were unscrewed and the implants and abutments again were scanned by
microscope, SEM and CT. The microscope and SEM images were compared, the CT data
were superimposed and the wear was calculated by inspection software. The statistical
analysis was carried out with an unpaired t-test.
RESULTS: Abutment fracture or screw loosening was not observed during cyclical loading.
Comparing the microscope and SEM images more wear was observed on the implants
connected to zirconia abutments. The maximum wear on the implant shoulder calculated by
the inspection software was 10.2μm for group Zr, and 0.7μm for group Ti. The influence of
the abutment material on the measured wear was statistically significant (p≤0.001; Levenetest).
SIGNIFICANCE: Titanium implants showed higher wear at the implant interface following
cyclic loading when connected to one-piece zirconia implant abutments compared to titanium
abutments. The clinical relevance is not clear; hence damage of the internal implant
connection could result in prosthetic failures up to the need of implant removal.

Die gleiche Aussage haben auch Klotz, Taylor und Goldberg 20111 gemacht.

Aus der eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass selbstverständlich immer ein Metallabrieb an der Zirkonoberfläche zu erkennen ist, wenn Sie ein Vollzirkonabutment wieder ausgliedern (auch bei der zahntechnischen Bearbeitung oder Anproben). Es reicht hier schon aus, mit einem Metallinstrument über die Oberfläche zu streichen. Klinisch habe ich dadurch aber in den letzten sieben Jahren keine Probleme beobachtet. Einen optisch erkennbaren Abrieb im Implantat konnte ich nicht beobachten. Eine derart starke Veränderung der Implantatinnenseite kann ich mir beim BoneLevel-Implantat nur im Falle einer minimalen Abutmentlockerung vorstellen, da die sehr kraftschlüssige Verbindung bei diesem Implantattyp unter normalen Bedingungen keine relevanten Mikrobewegungen zulässt. Man kann diese Fragestellung aber nicht wegdiskutieren und es bleibt sicherlich noch zu klären, welche werkstoffkundlichen und klinisch relevanten Folgen dieser Materialverbindung nach 15 Jahren und länger auftreten könnten.
Einige Referenten zeigen gerne völlig zerstörte Innenverbindungen (nicht bei BoneLevel-Implantaten) durch Zirkonabutments. Diese Bilder sind dann meines Erachtens durch einen mangelhaften Kraftschluss der Verbindung, unbemerkte Lockerungen und/oder mangelhafte Patientencompliance bezüglich der Kontrolluntersuchungen zu begründen.
Wenn Sie sich mit Hybridabutments wohler fühlen, sollten Sie dieses Verfahren einsetzen, da Sie damit in vielen Fällen ebenfalls ausgezeichnete prothetische Ergebnisse erzielen können. Hierzu wäre natürlich kritisch anzumerken, dass zu verschiedenen Fragen, die die Klebefuge betreffen, auch noch ein Bedarf an Langzeitforschungsergebnissen besteht. Abschließend möchte ich aber noch einmal betonen, dass ich in jeder nicht vorhandenen deutlich subgingivalen klinischen Zementierungsfuge einen Gewinn für die Langzeitprognose des Implantat-Prothetik-Komplexes sehe.
Ronald Heinze
01 April 2015, 11:38 AM (EST)
Sehr geehrter Herr Dr. Vietor,

vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort. Daraus nehme ich viel mit.
Ansonsten hat mir Ihr Vortrag sehr gut gefallen- Danke für die Informationen.

Heinze

Posten Sie hier Ihre Kommentare und Ideen



Dr. 

Kay Vietor

}
https://www.dtstudyclub.com/photosnp/Zylindrisch-oder-konisch*qm*-Gibt-es-ein-Implantatdesign*em22*-welches-in-allen-Knochenqualitaten-eine-zuverlassige-Sofortbelastung-gewahrleistet*qm*-13-2153/1023/small.jpg

Zylindrisch oder konisch? Gibt es ein Implantatdesign, welches in allen Knochenqualitäten eine zuverlässige Sofortbelastung gewährleistet?

Dr. Richard Meissen

Schon in den 80er Jahren wurde von Prof. Dr. Per-Ingvar Brånemark das Prinzip der „immediate function“ in der Implantologie eingeführt.

https://www.dtstudyclub.com/photosb/Implantologie-3-86/small.jpg
Kostenlos 1 CE Online Video-Kurs, Dauer 1:00h
https://www.dtstudyclub.com/photosb/Der-Implant~Abutment~Verbindung*dots*-Ist-das-Design-verantwortlich-fur-Komplikationen*qm*-1-906/small.jpg

Der Implant-Abutment-Verbindung: Ist das Design verantwortlich für Komplikationen?

Dr. Stefan Wentaschek

Dr. Wentaschek stellt seine aktuellen Recherchen und Untersuchungen zur Implantataufbauverbindung vor. Als Mitglied der bekannten Mainzer im

https://www.dtstudyclub.com/photosb/Implantologie-3-86/small.jpg
Kostenlos Online Video-Kurs, Dauer 1:00h
https://www.dtstudyclub.com/photosnp/Adhasivsysteme-~-State-of-the-Art-2016-13-2563/1542/small.jpg

Adhäsivsysteme – State of the Art 2016

Prof. Dr. Roland Frankenberger

Sie erhalten viele praktische Tipps und Tricks für einfache, sichere und schnelle Behandlungsabläufe.

https://www.dtstudyclub.com/photosb/Restorative-3-139/small.jpg
Kostenlos 1 CE Online Video-Kurs, Dauer 1:00h
https://www.dtstudyclub.com/photosnp/Aufwand-und-Nutzen-der-integrierten-Implantologie-~-Simultane-chirurgische-und-prothetische-Planung*em22*-Bohrschablonen-und-individuelle-Abutments-13-1782/586/small.jpg

Aufwand und Nutzen der integrierten Implantologie - Simultane chirurgische und prothetische Planung, Bohrschablonen und individuelle Abutments

Dr. Gerhard Werling

An zahlreichen Patientenfällen (mit Fotos und Videos) wird der digitale Workflow von prächirurgischer prothetischer Planung und das Datenmat

https://www.dtstudyclub.com/photosb/Implantologie-3-86/small.jpg
Kostenlos 1 CE Online Video-Kurs, Dauer 1:00h
https://www.dtstudyclub.com/photosb/Asthetik-in-der-Implantatversorgungen*dots*-Zufallsergebnis-oder-Standard-1-932/small.jpg

Ästhetik in der Implantatversorgungen: Zufallsergebnis oder Standard

Dr. Steffen Kistler

23./24. März 20125. Landsberger Implantologie-Symposium Landsberg am Lech / Stadttheater

https://www.dtstudyclub.com/photosb/Implantologie-3-86/small.jpg
Kostenlos Online Video-Kurs, Dauer 1:00h

Please login first

Please login in order to take the quiz.
Having troubles accessing the course? E-mail noreply@dental-tribune.com and we will provide assistance.